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Opernfestspiele am Saarpolygon

Das Geburtsjahr der Oper wird gemeinhin auf das Jahr 1607 datiert. Mit seinem Werk „La favola d’Orfeo“

(Die Fabel von Orpheus) schuf der italienische Komponist, Sänger und katholische Priester Claudio Monteverdi in diesem Jahr das, was heute typischerweise als die erste aller Opern betrachtet wird. Über 400 Jahre später ist die Oper „still alive“, allerdings fristet sie ein exklusiv-elitäres Dasein, vielerorts im Schatten eines hoch subventionierten Kulturbetriebs. Das ist bedauerlich, weil die Oper über eine langen Zeitraum ein breites Spektrum von sozialen Schichten anzog. Insbesondere im 18. und frühen 19. Jahrhundert war Oper gewissermaßen Volkskunst. In Städten wie Wien, Paris, London und Neapel wurden Opern häufig von einem gemischten Publikum besucht, das von der Aristokratie bis hin zu bürgerlichen Schichten reichte. In dieser Zeit wurden viele Werke komponiert, die auch außerhalb der elitären Kreise beliebt waren und von einem breiten Publikum genossen wurden.

Es ist genau diese Mission, die Joachim Arnold, Kulturunternehmer aus dem Saarland, Erfinder und Betreiber des Merziger Zeltpalastes, antreibt; Menschen aller sozialen Schichten Zugang zu klassischer Musik zu verschaffen. Und es gelingt ihm immer wieder – auch unter schwierigen Bedingungen, nicht selten verbunden mit einem erheblichen unternehmerischen Risiko. So investierte er während der Pandemie kurzerhand in eine Open-Air-Spielstätte neben dem Merziger Zeltpalast. Die Rechnung ging auf. Die Freiluftarena Saar, eine riesige halbrunde Tribünenkonstuktion, wurde zum Publikumsmagnet in einer weitgehend veranstaltungsarmen Zeit. Und mit weisem Blick auf die Zeit nach Corona plante Arnold seine Arena bereits damals als mobilie Einheit. Schließlich galt es auch in Zukunft, den Zauber klassischer Musik möglichst weit ins Land zu tragen. Jetzt die Oper – hoch hinaus!

Auf die Bergehalde Ensdorf, vor die imposante Kulisse des Saarpolygons   lässt Arnold seine Freiluft-Arena derzeit karren. Insgesamt 100 Tonnen Material für eine Bühnen-Show, die Mozarts „Zauberflöte“ mit einem multimedialen Spektakel in ein zeitgemäßes Mega-Event verwandeln soll. 1500 Zuschauer fasst die Spielstätte. 

Die „Zauberflöte“ mit ihrer hoffnungsvollen Botschaft vom Sieg der Liebe und der Ort selbst bieten dabei viel Raum für eine nie da gewesene Inszenierung. In dreißig Meter Höhe wird das Orchester sitzen und auch die Königin der Nacht wird ihre berühmte Arie fünfundzwanzig Meter über der Erde singen. Als „bildgewaltig“ beschreibt Joachim Arnold seine neueste Produktion, die klassische Musik, Schauspiel- und Sangeskunst mit Lichteffekten, Projektionen und Hologrammen zu einem modernen Gesamtkunstwerk verschmelzen lassen soll.   

Die Opernfestspiele am Saarpolygon finden erstmals vom 16.-25. August 2024 statt. Aber Arnold wäre nicht erfolgreicher Kultur-Manager, wenn er nicht bereits jetzt wieder die Zukunft im Blick hätte. „Mit der Inszenierung dieses im Kern hoffnungsvollen und humanistischen Werks an diesem symbolträchtigen Ort wird über Jahre ein neuer kultureller Leuchtturm für die Menschen im Saarland und seine Gäste geschaffen“, so steht es auf der Website der Festspiele. Und genau dort finden Sie weiteren Informationen und Tickets für das Event.